gєѕ¢нι¢нтє

Die Geschichte dieses einen Mädchens.

Niemand außer ihr sah ihn an.
Mit sanften Schritten glitt er aus dem See. Es sah so aus, als würde er kaum den Grund berühren. Die triefnassen Haare hingen ihm in vielen Strähnen ins Gesicht. Im Kontrast zu seiner Schneeweißen Haut waren diese Schwarz. So schwarz wie seine Augen es waren und sein Blick als dieser ihren traf. Sie schaute an ihm herab. Das Wasser floss seinen schlanken Oberkörper hinab, die dünnen Beine entlang bis es dann im Erdboden verschwand. Alles an diesem Menschen was einzigartig. Er war so dünn und schön, dass es schien als müsse man ihn wie einen zarten Schmetterling behandeln. Doch als er auf dem Wasser schritt, mit solch Anmut und Selbstsicherheit, bekam man das Gefühl, als würde diesem Jungen die Welt gehören. Sie sah ihm wieder ins Gesicht. Er hatte scharfe Züge und seine Haut schien die eines Gottes zu sein. Seine Lippen waren einen Spalt breit geöffnet und glatt wie Stein, sodass sie sofort den Drang verspürte sie zu küssen. Dann wanderte ihr Blick zu seinen Augen. So schwarz wie die Nacht. Er schaute sie nicht an. Er schaute durch sie hindurch als würde es durch ihre Augen direkt in ihre Seele blicken können. Als er den Blich wieder fokussierte und von ihren verlangenden Augen löste war die seltsame Stille um sie verschwunden. Genauso wie er. Und das einzige was er hinterließ waren die dünnen Spuren im Sand die die nächste Welle hin fort wusch.

Es verging kein Tag an dem sie nicht an diesen einen Jungen denken musste und keine Woche an dem sie nicht zu dem See am Rand des Ortes in dem sie lebte fuhr und immer wieder darauf wartete,dass ER aus dem Wasser stieg. Nie hatte sie jemand so angesehen wie er. So durchdringend, so sanft. Sein Blick hatte aber auch diese Leere. Abgrundtiefe Leere. Und in dieser Leere hatte sie sich verloren. Doch die Zeit lief an ihr vorbei und man konnte sie beinahe plätschern hören als sie so sinnlos verrann.

Das Mädchen lebte an diesem Ort, mitten in Amerika. In der Schule war sie ein durchschnittlich gutes Mädchen gewesen und sie hatte auch einige Freunde gehabt. Oft waren sie Zusammen zum See gefahren um dort zu baden. Doch nach diesem einen Mal an dem dieser magere Junge gewesen war, fuhren sie kein einziges Mal mehr dorthin zurück.
Denn das Mädchen zog sich immer mehr zurück. Sie ging ungern in die Menge. Wenn sie jemand grüßte, lächelte sie nur traurig zurück. Dann war sie in Gedanken nämlich ganz wo anders. Denn dann dachte sie über ihn nach und warum er in ihrem Herzen so schnell Platz gefunden hatte. Sie wünschte sich zu sehr noch einmal ihr Spiegelbild in seinen Augen sehen zu können...